Donnerstag, 6. September 2012

Schmuck in Schweißtechnik

Wer etwas von Schweißarbeiten hört, denkt automatisch an Stahlwerke, Werften, Auto- oder Metallwerkstätten, an große Gerätschaften und unhandliche Schutzkleidung. Doch Schweißen kann für filigrane Kunstwerke genutzt werden. Ein Profi in Sachen künstlerischer Schweißarbeit ist der Goldschmiedemeister Josef Kuhlmann. Seine Werkstatt im Heger Tor Viertel ist eine der wenigen Anlaufstellen, die es für Liebhaber von Schmuck in Schweißtechnik im Osnabrücker Land gibt. „Man braucht schon einiges an Übung, bis man die Technik beherrscht und selbst dann hat sie immer noch etwas von einem Verbanque-Spiel“, weiß Kuhlmann. Das liegt nicht nur daran, dass der Goldschmiedemeister dabei oftmals gleich zwei Schweißgeräte handhaben muss: Mit der großen Flamme wird das Werkstück glühend gehalten und mit einer kleineren werden gezielt einzelne Bereiche verflüssigt. Denn darauf kommt es bei dieser Technik an: Einerseits muss das Material – in der Regel Gold oder Silber – flüssig sein, um die gewünschte Optik zu erreichen. Andererseits darf das künftige Schmuckstück natürlich natürlich nicht als Ganzes so flüssig werden, dass es komplett seine Form verliert. Den richtigen Mittelweg zu finden, das ist die Kunst und dabei reagiert jedes Material anders. Als ob das nicht schon reichen würde, muss Kuhlmann beim Anfertigen seiner Kreationen auch noch bedenken, dass sich das Material beim Erkalten wieder zusammen zieht. Doch der Goldschmied erlernte die Schweißarbeit schon vor über vierzig Jahren in seiner Lehrzeit und kennt sich damit aus. Vor einigen Jahren entdeckte er die Technik neu und entwickelte seit dem seinen ganz eigenen Stil. Dieser ist inzwischen auch so etwas wie ein Markenzeichen von ihm geworden . Ganz gleich, ob Kunden ein altes, vielleicht geerbtes Schmuckstück in dieser Technik umgearbeitet haben möchten oder eine neue Kreation nach eigenen Vorstellungen ordern, Kuhlmann setzt die Ideen seiner Kunden um und kann ihnen anschließend Einzelstücke überreichen, die garantiert so kein anderer trägt. „Gerade habe ich ein paar ganz individuelle Eheringe angefertigt. Zu meinem Repertoire gehören aber auch Ohrringer, Anhänger oder die beliebten Bandringe in Schweißtechnik“, so Kuhlmann. Viele Kunden gefielen vor allem die Gestaltungsmöglichkeiten und die Individualität der Schmuckstücke.

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